Initiative zur Reaktivierung der

Talgangbahn

als Teil der Regional-Stadtbahn Neckar-Alb, kurz RegioStadtbahn

Talgangbahn TGB Logo

Die Talgangbahn hat eine über hundertjährige Geschichte aufzuweisen. Ihre Schienen verbinden auf einer Länge von 8,2 km die Ortsteile Onstmettingen, Tailfingen, Truchtelfingen und Ebingen der Stadt Albstadt. Seit der Stilllegung der Bahn im Jahre 1998 bleibt diese wichtige Verkehrsachse ungenutzt. Nun besteht die historische Chance für eine Reaktivierung. Das Besondere dabei ist, dass die relativ kurze Strecke Teil eines großen Ganzen – der RegioStadtbahn Neckar-Alb – werden soll.

Dies wäre in jeder Hinsicht ein Gewinn. Innerstädtische Mobilität wird erleichtert, die überörtliche Anbindung verbessert, eine unschöne Brache beseitigt und die Infrastruktur auf den neuesten Stand gebracht. Der Nutzen übersteigt deutlich die Kosten einer Reaktivierung. Es wäre zudem der „gerechte Lohn“ für den Weitblick politisch Verantwortlicher in Stadt und Kreis, die nach der Stilllegung der Bahn Sorge dafür getragen haben, dass eine Entwidmung der Eisenbahntrasse unterblieb und damit die Chance auf eine Wiederbelebung als moderne RegioStadtbahn gewahrt haben. Auch wäre es der Lohn für eine nicht allzu große Gruppe von Albstädter Bürgerinnen und Bürgern, die sich aus freien Stücken mit einem enormen Zeitaufwand immer wieder für die Talgangbahn eingesetzt haben. Dabei war die Talsohle lang und die Vorzeichen standen über weite Strecken nicht allzu günstig. Umso mehr ist deren Beharrlichkeit und Durchhaltvermögen zu bewundern.

Mit Sicherheit wächst die Zahl der Befürworter einer Reaktivierung der Talgangbahn mit den sachgerechten Informationen über den aktuellen Stand der Angelegenheit. Dazu will diese Seite einen Beitrag leisten.

Talgangbahn TGB Regionalbahn

Fragen und Antworten

Die RegioStadtbahn Neckar-Alb ist ein Großprojekt, das den öffentlichen Nahverkehr in der gesamten Region fit für die Zukunft macht. Städte und Gemeinden werden sehr viel enger miteinander verbunden durch den Ausbau und die Elektrifizierung bestehender Schienenstrecken, die Reaktivierung stillgelegter und den Bau neuer Streckenabschnitte und Haltestellen. Neue Innenstadtstrecken in Tübingen und Reutlingen ermöglichen Fahrten auch vom Umland in die Zentren.

Das Streckennetz des Projekts erstreckt sich über eine Länge von mehr als 200 Kilometern. Knapp 140 Kilometer bestehender Schienenstrecken sollen dabei elektrifiziert werden, über 45 Kilometer reaktiviert oder neu gebaut werden. Neue Kreuzungsmöglichkeiten und der Bau zweigleisiger Abschnitte sorgen für eine höhere Kapazität und eine Gewährleistung der Pünktlichkeit. Die Planung sieht den Bau rund 70 neuer Haltestellen im Gesamtnetz vor. Dadurch bekommen weitere Teile der Bevölkerung einen komfortablen Zugang zu einem leistungsfähigen Schienenverkehrsangebot.

Regional-Stadtbahn Steckennetz Stand 04/2019
Grafik Linienplan, Quelle: https://www.regional-stadtbahn.de

Gerade Albstadt profitiert besonders stark von der RegioStadtbahn Neckar-Alb, da sowohl die Verkehrsanbindung grundlegend verbessert, als auch der innerstädtische ÖPNV ausgebaut wird:

  • Erstmals macht die RegioStadtbahn umsteigefreie Direktverbindungen auch von Onstmettingen, Tailfingen und Truchtelfingen über Ebingen nach Balingen und Tübingen möglich.
  • Im innerstädtischen Verkehr Albstadts werden sechs von neun Stadtteilen mit attraktiven Fahrzeiten und modernsten Fahrzeugen direkt miteinander verbunden.
  • Die Elektrifizierung der Zollernbahn zwischen Tübingen, Balingen und Albstadt ermöglicht Express-Verbindungen von A.-Ebingen ohne Umstieg in die Stuttgarter Innenstadt und künftig auch zum Flughafen und zur Messe.
  • Durch zusätzliche Haltestellen in der gesamten Region, z.B. auf Höhe des Arbeitsamtes in Ebingen oder auch in der Stadtmitte Balingens, wird die Bahn für deutlich mehr Bürger komfortabel und fußläufig erreichbar.

Mit der RegioStadtbahn wird ein Bahnangebot Wirklichkeit, welches für viele Menschen in Albstadt ganz neue Möglichkeiten für ihren Weg zur Arbeit, zur Schule und in der Freizeit bietet:

  • Auf der Linie Tübingen – Balingen – A.-Ebingen – Truchtelfingen – Tailfingen – Onstmettingen soll die Bahn in der Hauptverkehrszeit alle 30 Minuten, in Nebenzeiten jede Stunde fahren.
  • Im Gegensatz zur alten Talgangbahn werden die Züge somit nicht nur zu den Schulzeiten verkehren, sondern vom frühen Morgen durch den Tag hindurch bis in die späten Abendstunden.
  • Zusätzlich sieht die Planung des Landes Baden-Württemberg auf der Linie Stuttgart – Tübingen – Balingen – A.-Ebingen jede Stunde einen schnellen Regional-Express mit nur wenigen Zwischenhalten vor – und damit doppelt so häufig wie heute.
  • Die RegioStadtbahn bietet dabei attraktive Möglichkeiten zum Umstieg in den Regional-Express nach Reutlingen, zum Stuttgarter Flughafen, zur Messe und in die Innenstadt.

Das Projekt RegioStadtbahn steht nicht in Konkurrenz, sondern ermöglicht erst den Ausbau der sehr erfolgreichen, Ende der 1990er-Jahre eingeführten Express-Verbindungen von der Zollernalb nach Stuttgart. Diese haben zu starkem Nachfragezuwachs im Schienenverkehr geführt und sind für die Wirtschafts- und Wohnstandorte Albstadt, Balingen und Hechingen von zentraler Bedeutung.

Da in den neuen Stuttgarter Hauptbahnhof keine Dieselzüge einfahren dürfen, ermöglicht erst die Elektrifizierung der Strecke Tübingen – Balingen – Albstadt im Rahmen des Großprojekts RegioStadtbahn Neckar-Alb den Erhalt der umsteigefreien Verbindungen von A.-Ebingen nach Stuttgart und die Anbindung des Zollernalbkreises an den Flughafen Stuttgart nach der Fertigstellung von Stuttgart 21.

Das Land Baden-Württemberg plant in Zukunft sogar stündliche Expressverbindungen zwischen A.-Ebingen und Stuttgart. Also eine sehr deutliche Verbesserung des Angebots gegenüber heute zweistündlich verkehrenden Express-Zügen. Diese Schnellverbindungen ergänzen sich hervorragend mit den Regional-Stadtbahnen, welche durch mehr Zwischenhalte die Bevölkerung auch in kleineren Städten und Gemeinden erreicht und deren Anschluss an die Expressverbindungen herstellt.

So entsteht ein für die Fahrgäste hoch attraktives Gesamtkonzept. Der Schlüssel zu dessen Realisierung ist der Ausbau der Schieneninfrastruktur durch das Projekt RegioStadtbahn Neckar-Alb.

Neben der Elektrifizierung der Zollern-Alb-Bahn zwischen Tübingen, Balingen und Albstadt sieht das Projekt RegioStadtbahn Neckar-Alb den Bau mehrerer zweigleisiger Begegnungsabschnitte vor. Dadurch wird die Kapazität der Strecke erhöht. Verspätungen eines Zuges wirken sich durch häufigere Kreuzungsmöglichkeiten nicht so stark auf entgegenkommende Züge aus. Ziel muss es sein, trotz einer höheren Anzahl an verkehrenden Zügen die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit der Züge zu gewährleisten, was ein entscheidender Erfolgsfaktor für die Akzeptanz des Schienenpersonenverkehrs durch die Fahrgäste ist.

Nein, seit Einführung des einheitlichen Fahrscheins durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau, kurz Naldo, gelten die Fahrpreise in der gesamten Region einheitlich in Bus und Bahn. Der Preis ist unabhängig davon, mit wie vielen und mit welchen Verkehrsmitteln ein Weg zurückgelegt wird.

Die RegioStadtbahn wird in Etappen umgesetzt. Begonnen wurde die Realisierung des Großprojekts 2019 in den Landkreisen Tübingen und Reutlingen mit einem Spatenstich zur Elektrifizierung der Ammertalbahn von Tübingen nach Herrenberg sowie der Ermstalbahn von Metzingen nach Bad Urach.

2019 wurde durch die sechs Projektpartner ein weiterer wichtiger Meilenstein erreicht. Der Landkreis Reutlingen, der Landkreis Tübingen, der Zollernalbkreis, die Stadt Reutlingen, die Universitätsstadt Tübingen und der Regionalverband Neckar-Alb gründeten gemeinsam den Zweckverband Regional-Stadtbahn Neckar-Alb. Dieser nimmt die Planung, Koordination und Repräsentation des Gesamtprojekts wahr.

Die Strecken auf der Zollernalb befinden sich noch nicht in der Ausführungsphase. Jedoch hat der Zollernalbkreis bereits Jahre vor der Gründung des Zweckverbands Regionalstadtbahn Neckar-Alb für Zollern-Alb-Bahn und Talgangbahn auf Basis positiver Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie eine Vorplanung begonnen. Im Juli 2021 wurde durch den Kreistag beschlossen, die Leistungen zum Abschluss dieser Vorplanungen zu vergeben.

Mit dem Ziel einer schnellstmöglichen Reaktivierung der Talgangbahn wurde der Auftrag für den Abschnitt A.-Ebingen – Onstmettingen dabei entkoppelt von der Strecke Tübingen – A.-Ebingen und vorzeitig vergeben. Diese Vorplanung ist Grundlage für die anschließend zu beauftragende Entwurfs- und Genehmigungsplanung.

Nach Aussagen der Geschäftsführung des Zweckverbandes Regional-Stadtbahn Neckar-Alb beim Forum „Zukunft Zollernalb“ im Januar 2021 ist die moderne RegioStadtbahn im Talgang bereits im Zeitraum 2025 bis 2030 realistisch. Die Vorplanung hierfür wird voraussichtlich 2022 abgeschlossen. Es folgen daran anschließend  eine Entwurfs- und Genehmigungsplanung sowie ein formelles Genehmigungsverfahren durch das Regierungspräsidium Tübingen.

Einem Presseartikel des Zollern-Alb-Kuriers vom 21.08.2021 zufolge geht auch der Albstädter Oberbürgermeister von einem Zeitraum von rund vier Jahren aus, bis eine erste Stufe der Reaktivierung der Talgangbahn zwischen Ebingen und Onstmettingen erfolgen kann.

Im Juli 2021 wurden von den Partnern des Großprojekts RegioStadtbahn Neckar-Alb die Eckpunkte eines Finanzierungsschlüssels beschlossen. Dabei wurden durch den Zweckverband auch aktualisierte Kostenschätzungen vorgelegt. Für das Gesamtprojekt der RegioStadtbahn Neckar-Alb inklusive der auszubauenden, zu reaktivierenden und neu zu erstellenden Streckenabschnitte in den Landkreisen und Städten Tübingen, Reutlingen sowie dem Zollernalbkreis wurden geschätzte Baukosten von insgesamt rund 1,4 Mrd. Euro zuzüglich rund 330 Mio. Euro an Planungskosten genannt.

Für den Ausbau und die Elektrifizierung der Zollern-Alb-Bahn von Tübingen über Hechingen und Balingen nach A.-Ebingen werden dabei Gesamtkosten von rund 530 Mio. EUR veranschlagt. Für die Ertüchtigung der Talgangbahn von Albstadt-Ebingen nach A.-Onstmettingen als vollständig modernisierte und elektrifizierte Bahn rund 70 Mio. Euro. Davon sind nach aktuellen Schätzungen nach Abzug weitreichender Bundes- und Landesförderungen rund 12% kommunal zu finanzieren.

Projekte wie die RegioStadtbahn Neckar-Alb und vergleichbare Vorhaben in der gesamten Republik würden die Finanzkraft der kommunalen Träger bei weitem übersteigen. Da der ÖPNV einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Mobilität leistet, wird dieser durch den Bund stark finanziell unterstützt. Daher wurde Anfang 2020 durch die Klimaschutzgesetzgebung eine Ausweitung der Förderung der Investitionen in volkswirtschaftlich vorteilhafte Projekte beschlossen. Ab 2021 steigen diese Mittel auf 1 Mrd. Euro, ab 2025 sogar auf 2 Mrd. Euro pro Jahr. Dies entspricht dem Sechsfachen des bis 2019 geltenden Volumens von 333 Mio. Euro pro Jahr.

Seit der Jahrtausendwende ist die Kostenfrage Dreh- und Angelpunkt der öffentlichen und politischen Diskussion um eine Reaktivierung der Talgangbahn. Nie zuvor war jedoch die Chance so hoch, dass Zollernalbkreis und Stadt Albstadt aus ihren eigenen Haushalten nur einen Bruchteil der Kosten einer Komplettsanierung der brachliegenden und maroden Bahntrasse finanzieren müssen. 2020 haben sich die Fördermöglichkeiten der Bundesrepublik Deutschland und des Landes Baden-Württemberg für Streckenreaktivierungen fundamental verbessert.

Auf Bundesebene wurden Anfang 2020 im Rahmen der Klimaschutzgesetze die maximalen Fördersätze für die Reaktivierung und Elektrifizierung von Eisenbahnstrecken von 60% auf 90% der zuwendungsfähigen Investitionskosten erhöht. Darüber hinaus gab das Landesverkehrsministerium im Oktober 2020 bekannt, dass seitens des Landes Baden-Württemberg vom verbleibenden Rest weitere 57,5% getragen werden. Kreise, Städte und Gemeinden werden durch diese Übernahme von rund 96% der förderfähigen Investitionskosten weitestgehend entlastet, ihr finanzielles Risiko wird minimiert.

Voraussetzung hierfür ist die Bestätigung der volkswirtschaftlichen Vorteilhaftigkeit des Projekts im Rahmen einer Standardisierten Bewertung. Die vom Zweckverband Regional-Stadtbahn Neckar-Alb im Juli 2021 veröffentlichten Ergebnisse bestätigen, dass für das Gesamtprojekt der RegioStadtbahn ein volkswirtschaftlicher Nutzen zu erwarten ist, der das 1,2-fache der Kosten beträgt. Damit wird der erforderliche Schwellwert von 1,0 zum Nachweis der vollen Förderfähigkeit klar überschritten. Gemäß Pressebericht des Zollern-Alb-Kurier vom 21.08.2021 liegt der dabei für die Talgangbahn ermittelte Wert sogar bei 1,3. Ihre Reaktivierung trägt somit positiv zum Nutzen des Gesamtprojekts bei.

Diese Ergebnisse sind Grundlage für ein nie zuvor gekanntes Maß an Entlastung des Zollernalbkreises und der Stadt Albstadt bei der Finanzierung einer modernen Bahn, die sechs von neun Albstädter Stadtteilen wie die Perlen auf einer Kette miteinander und mit der Region verbindet.

Die Stadt Albstadt hat Presseberichten zufolge in vielen Bereichen der öffentlichen Daseinsvorsorge einen hohen Finanzbedarf. Sie geht ihren Investitionsstau bei der Infrastruktur konsequent an. So wird das für die Bildung unserer nachkommenden Generationen sehr bedeutende Schulzentrum Lammerberg über mehrere Jahre mit einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag zukunftsfest gemacht. Bäder und Hallen werden saniert, Industriebrachen beseitigt, neue Flächen geschaffen, die Ortsmitten neu gestaltet und der Wohn- und Wirtschaftsstandort Albstadt weiter aufgewertet.

Die RegioStadtbahn bietet eine geradezu einmalige Chance, im Bereich Mobilität eine sprunghafte Attraktivitätssteigerung im innerstädtischen Verkehr und in der regionalen Anbindung herbeizuführen, ohne dabei die städtischen Finanzen zu überfordern. In keinem anderen Bereich der kommunalen Investitionsvorhaben steht ein Projekt von vergleichbarer Dimension und Bedeutung mit vergleichbar hoher Förderung durch Bundes- und Landesmittel in Aussicht.

Die massive Ausweitung der Fördermittel von Bund und Land Baden-Württemberg für die Reaktivierung und Elektrifizierung von Eisenbahnstrecken reduziert den durch den Landkreis und die Stadt Albstadt gemeinsam zu schulternden Kostenanteil für Planung und Realisierung auf eine Größenordnung von voraussichtlich 10 bis 15%. Sie gewährleistet damit, dass die RegioStadtbahn für die Stadt Albstadt realisiert werden kann ohne Risiken für weitere Investitionsprojekte, z.B. für Bildung, Sport, Kunst und Kultur. Nicht die Konkurrenz, sondern das Zusammenspiel der Investitionen bringt den Wohn- und Wirtschaftsstandort Albstadt nach vorn.

Nein. Grundlage für die Finanzierung des Ausbaus bestehender Strecken der RegioStadtbahn Neckar-Alb sowie die Reaktivierung stillgelegter Strecken, wie z.B. Ebingen – Onstmettingen oder Reutlingen – Honau – Kleinengstingen, bilden das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz sowie ergänzende Regelungen des Landes Baden-Württemberg hierzu. Über das vorgenannte Gesetz gewährt die Bundesrepublik Deutschland den Ländern Finanzhilfen für Investitionen zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse der Gemeinden.

Die Fördertatbestände sind dabei klar definiert. Dazu gehören neben dem Bau und Ausbau von Bahnsystemen auch Investitionen zur Kapazitätserhöhung von Schienenstrecken. Seit der Neufassung des Gesetzes im Jahr 2020 sind auch die Reaktivierung und Elektrifizierung von Schienenstrecken explizite Fördertatbestände, für die durch Bund und Land bis zu 96% der förderfähigen Kosten übernommen werden.

Für Investitionen in jedwedem anderen Aufgabenbereich Albstadts, z.B. den Bau von Gemeindestraßen, die Erschließung von Neubau- oder Gewerbegebieten, den Bau oder Unterhalt von Schulen oder Kindergärten, Bibliotheken, Schwimmbädern oder Hallen, stehen diese Mittel nicht zur Verfügung. Eine Umwidmung einer möglichen Förderung der RegioStadtbahn auf diese Aufgabenfelder ist nicht möglich. Die RegioStadtbahn steht dazu nicht in Konkurrenz. Für die genannten Bereiche sind andere Förderrichtlinien maßgeblich, um Finanzhilfen von Bundes- oder Landesseite zu erhalten.

Den Kosten für die RegioStadtbahn stehen positive Effekte für die Volkswirtschaft, Gesellschaft und Umwelt gegenüber. Nur wenn der dadurch erzielbare Nutzen nachweislich höher ist als die Kosten des Projekts, kann es mit der erforderlichen Förderung durch Bundesmittel realisiert werden. Dieser Nachweis ist über eine sogenannte Standardisierte Bewertung zu erbringen. Deren Ziel ist eine bundesweit vergleichbare Bewertung von ÖPNV-Projekten.

Dabei wird der erzielbare gesamtwirtschaftliche Nutzen den Kosten gegenüber gestellt. Eine Förderung setzt voraus, dass der gesamtwirtschaftliche Nutzen die Kosten des Projekts übersteigt, d.h. der ermittelte Nutzen-Kosten-Indikator über dem Wert von 1,0 liegt.

Die im Sommer 2021 veröffentlichten Ergebnisse weisen für das Gesamtprojekt RegioStadtbahn Neckar-Alb mit einem Indikator von 1,2 einen klaren Nutzenüberschuss gegenüber den entstehenden Kosten aus. Laut Pressebericht im Zollern-Alb-Kurier vom 21.08.2021 liegt der für die Talgangbahn ermittelte Nutzen sogar beim 1,3-fachen der entstehenden Kosten. Ihre Reaktivierung leistet damit einen überdurchschnittlich positiven Beitrag zum volkswirtschaftlichen Gesamtnutzen des Großprojekts der gesamten Region Neckar-Alb.

Verkehrliche Entlastung:
Die Hauptverkehrsstraße im Talgang ist durch den Autoverkehr, Lastkraftwagen und den Busverkehr hoch belastet. Durch die Wiederinbetriebnahme der Trasse der Talgangbahn als moderne Stadtbahn kann sie um hunderttausende Autofahrten pro Jahr entlastet werden. Zusätzlich wirkt es sich positiv auf den Verkehrsfluss aus, wenn der Busverkehr im Talgang auf die Schiene verlagert wird.

Umwelt- und Klimaschutz:
Die ambitionierten Klimaschutzziele auf EU- sowie auf Bundesebene sind ohne eine Verkehrswende nicht erreichbar. Hierzu bedarf es großer Anstrengungen, auch auf kommunaler Ebene. Die Regionalstadtbahn findet sich folgerichtig auch im Klimaschutzkonzept der Stadt Albstadt aus dem Jahr 2015 wieder. Sie kann einen entscheidenden Beitrag leisten, da einerseits die CO2-Effizienz im Schienenverkehr deutlich höher ist als im motorisierten Individualverkehr, andererseits ein großer Teil des innerstädtischen ÖPNV mittelfristig auf Elektroantrieb umgestellt wird.

Stadt- und Bevölkerungsentwicklung:
Mit der RegioStadtbahn werden der innerstädtische ÖPNV sowie die regionale Anbindung Albstadts grundlegend verbessert, drei Albstädter Stadtteile erhalten erstmals einen umsteigefreien Anschluss an das regionale Schienennetz. Dadurch wird deren Attraktivität als Wohnstandort deutlich gestärkt. Für Menschen mit Arbeitsplatz in den Räumen Balingen oder Tübingen wird es wesentlich interessanter, Albstadt als Wohndomizil zu wählen. Nicht zuletzt aufgrund der hohen Lebensqualität und der im Vergleich stark rückständigen Immobilien- und Mietpreisentwicklung.

Beitrag zum sanften Tourismus:
Mit der RegioStadtbahn wird Albstadt aus wesentlichen Quellgebieten touristischer Besucherströme deutlich besser über die Schiene erreichbar. Hier besteht in Kombination beispielsweise mit Fahrradverleihstationen an Bahnhöfen und günstigen Kombi-Angeboten die Möglichkeit, den Straßenverkehr und die Parksituation entlang der touristischen Ziele im Raum Albstadt zu entlasten.

Wie für alle Strecken der RegioStadtbahn Neckar-Alb ist auch für den Talgang die Elektrifizierung der Infrastruktur Bestandteil der Planung. Mit dem Ziel, den Anteil der elektrifizierten Schienenstrecken in Baden-Württemberg von gut 60% deutlich zu steigern, hat das Landesverkehrsministerium im Jahr 2018 ein Konzept veröffentlicht. Es teilt das Streckennetz im Land in mehrere Kategorien zur schrittweisen Elektrifizierung von Dieselstrecken ein. Die Streckenabschnitte der RegioStadtbahn befinden sich dabei in der Kategorie „Elektrifizierung in Bau oder Planung“ und sind gemäß der Klassifizierung im Landeskonzept im ersten von drei Schritten zu realisieren.

Das heißt für die Anwohner: Nach der Elektrifizierung entstehen keine Schadstoffemissionen und die Lärmemissionen sind geringer und nicht vergleichbar mit denen des alten „Triebels“. Der durchgängige Betrieb mit elektrischen Zügen von Tübingen bis Onstmettingen führt aber nicht nur zu einer weiteren Verbesserung der Umweltbilanz des Schienenverkehrs gegenüber dem Dieselbetrieb. Auch können Elektrofahrzeuge stärker beschleunigen, mit positiven Effekten auf die Reisezeit und die Stabilität des Fahrplans.

Für einen Übergangszeitraum bis zur Elektrifizierung von Zollernban und Talgangbahn soll neben dem Einsatz von Dieseltriebzügen im Talgang auch der Einsatz innovativer Wasserstoffzüge geprüft werden.

Die bisherigen Planungen der RegioStadtbahn Neckar-Alb sahen einen Streckenausbau und eine Elektrifizierung beginnend in Tübingen nach Albstadt-Ebingen und anschließend in den Talgang vor. Die Planungen für den Ausbau der Zollern-Alb-Bahn von Tübingen bis A.-Ebingen gestalten sich gemäß der Vorlage der Kreistagssitzung des Zollernalbkreises vom 19.07.2021 jedoch aufwändiger und werden länger dauern als ursprünglich unterstellt.

Gleichzeitig ist ein zügiges Vorgehen zur Reaktivierung der Talgangbahn erfolgskritisch für eine Förderung der Betriebskosten durch das Land Baden-Württemberg. Im Rahmen der Ende 2020 verkündeten Reaktivierungsoffensive gibt das Land den Kommunen mit potenzialträchtigen Eisenbahnstrecken einen klaren Anreiz zur Wiederinbetriebnahme. Hierzu zählt auch die Bahn im Talgang. Für die ersten 100 Kilometer reaktivierter Strecken übernimmt das Land die laufenden Betriebskosten.

Mit dem Ziel einer schnellstmöglichen Wiederaufnahme des Bahnbetriebs im Talgang, wurde daher die Auftragsvergabe für den Abschluss der Vorplanung der Talgangbahn seitens des Zollernalbkreises von der aufwändigeren Planung der Zollern-Alb-Bahn zwischen Tübingen und A.-Ebingen entkoppelt. Mit Zustimmung des Albstädter Gemeinderats und nach einstimmigem Beschluss des Kreistags wurde der Auftrag im Juli 2021 erteilt. Während eines Übergangszeitraums bis zum Ausbau der Strecke Tübingen – A.-Ebingen sollen demnach die Züge der Talgangbahn zunächst zwischen Ebingen und Onstmettingen verkehren. In einem zweiten Schritt nach Ausbau der Zollern-Alb-Bahn folgt die Einführung direkter Verbindungen vom Talgang über Balingen nach Tübingen mit elektrischen Triebzügen. Bis dahin sollen auch im Talgang übergangsweise Züge mit Diesel- oder mit innovativem Wasserstoffantrieb zum Einsatz kommen.

Das vom Landkreis geplante Interimskonzept für die Talgangbahn sichert somit die Chance auf eine hohe Betriebskostenförderung und stellt ein sehr sinnvolles Stufenkonzept hin zum Ziel der umsteigefreien Verbindung aus den Talganggemeinden in die Region dar.

Nein. Bis zur Betriebseinstellung im Jahr 1998 waren die Straßen- und Wegkreuzungen der Talgangbahn nur teilweise mit Blinklichtanlagen, zum größeren Teil lediglich durch Andreaskreuze, also Verkehrszeichen, gesichert. Dies machte bei jeder Fahrt zwischen Ebingen und Onstmettingen ein vielfaches Betätigen von Pfeife und Läutewerk des Zuges vor den Übergängen erforderlich.

Entsprechend den Sicherheitsanforderungen an den Betrieb einer modernen Regionalstadtbahn ist die durchgängige technische Sicherung der Bahnübergänge mittels Signalanlagen und Halbschranken vorgesehen. Damit entfällt das obligatorische Pfeifsignal der Züge und die damit verbundene Lärmemission für die Anwohner.

Im Jahr 2002 hat der Albstädter Gemeinderat weitere Verhandlungen der Stadtverwaltung mit der Hohenzollerischen Landesbahn AG über eine Reaktivierung der Talgangbahn mit knapper Mehrheit gestoppt. Anlass war damals der abrupte Ausstieg der Württembergischen Eisenbahngesellschaft aus dem Projekt. Nun haben sich die Rahmenbedingungen ganz entscheidend zugunsten einer Reaktivierung verändert:

  1. Die Reaktivierung der Talgangbahn ist kein isoliertes Projekt der Stadt Albstadt für ihren Stadtverkehr. Die Schienenanbindung der Talganggemeinden an die Mittel- und Oberzentren im Raum Neckar-Alb ist heute Bestandteil des größten Infrastrukturprojekts der Region. Dieses setzt durch umsteigefreie Verbindungen entscheidende Impulse für die Regionalentwicklung und die Vernetzung der Zentren Reutlingen und Tübingen mit Balingen und Albstadt auf der Zollernalb. Die beteiligten Projektpartner haben dafür 2019 eigens einen Zweckverband gegründet.
  1. Die Anfang des Jahres 2020 auf Bundesebene verabschiedeten Klimaschutzgesetze sowie die ergänzenden Finanzierungsinstrumente des Landes Baden-Württemberg bringen eine weitreichende finanzielle Entlastung für die Kreise, Städte und Gemeinden mit sich.
    Der Ausbau und die Reaktivierung von Eisenbahnstrecken haben politisch so hohe Priorität erlangt, dass bis zu 96% der förderfähigen Investitionskosten durch Bund und Land und bis zu 100% der laufenden Betriebskosten durch das Land finanzierbar sind.
    Damit lässt sich die rund 8 Kilometer lange, und über die Jahre stark verwahrloste Brache durch den Talgang mit einem sehr begrenzten Finanzierungsanteil von Landkreis und Stadt Albstadt in eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur für die nächsten Jahrzehnte verwandeln.
  1. Der Zollernalbkreis hat bereits 2013 die Infrastruktur der Talgangbahn mit dem Ziel der Wiederinbetriebnahme gekauft. Er hat im Sommer 2021 mit Zustimmung der Stadt Albstadt den Auftrag zum Abschluss der Vorplanungen für die Reaktivierung erteilt und damit für das Projekt eine ausgezeichnete Startposition entwickelt. Die vor mehreren Jahren unter deutlich schwierigeren Rahmenbedingungen für die Finanzierung von Schienenprojekten begonnenen Vorplanungen werden 2022 zu einem Zeitpunkt abgeschlossen werden, zu dem sich die Fördermöglichkeiten durch Bundes- und Landesmittel besser darstellen als jemals zuvor.

Ja, viele wieder in Betrieb genommene und modernisierte Bahnlinien waren zuvor über lange Zeit stillgelegt. Auch in der Region gibt es dafür konkrete Beispiele, unter anderem die äußerst erfolgreiche Schönbuchbahn. Entscheidend ist dabei die Frage, ob die stillgelegte Trasse planungsrechtlich weiterhin ausschließlich für Bahnbetriebszwecke zur Verfügung steht und nicht von diesen Zwecken freigestellt und damit überplant oder überbaut worden ist. Die Wiederinbetriebnahme einer solchen stillgelegten, aber nicht von Bahnbetriebszwecken freigestellten Bahnstrecke ist mit ungleich niedrigeren juristischen Hürden verbunden.

Die politisch Verantwortlichen des Zollernalbkreises sowie der Stadt Albstadt haben in den vergangenen zwei Jahrzehnten seit Stilllegung der alten Talgangbahn mit dem notwendigen Weitblick die entscheidenden Beschlüsse gefasst, um eine drohende Freistellung der Trasse von Bahnbetriebszwecken wirkungsvoll zu verhindern.

Wichtiger Schritt zum Erhalt der Option einer Wiederinbetriebnahme war dabei die 2013 erfolgte Übernahme der Infrastruktur der Talgangbahn in die Hoheit der öffentlichen Hand. Hierzu wurde diese durch den Zollernalbkreis aufgekauft.

Schon heute nutzen tagtäglich mehrere tausend Personen die Züge von Albstadt-Ebingen, Lautlingen und Laufen in Richtung Balingen, Hechingen, Tübingen, Reutlingen und Stuttgart zu unterschiedlichsten Reisezwecken – zur Arbeit, zur Schule oder Hochschule, für Erledigungen und Einkaufsbummel, für Ausflüge oder Besuch von Freunden und Bekannten. Für nicht Wenige von ihnen beginnt ihr Weg in einer der Talganggemeinden und führt sie zunächst im PKW oder Bus zum nächstgelegenen Bahnhof mit Umstieg auf die Schiene. Dieser entfällt mit der RegioStadtbahn in vielen Fällen.

Bereits auf Grundlage profunder Fahrgastprognosen im Jahr 2012 wurde für die Talgangbahn ein „hohes Nachfragepotenzial“ von rund 4.500 Fahrgästen pro Tag ausgewiesen. Die Tatsache, dass davon mehr als 50% „auf überregionale Ziele über Albstadt-Ebingen hinaus ausgerichtet“ sind (Standardisierte Bewertung Regional-Stadtbahn Neckar-Alb, Bericht März 2012), belegt, dass die RegioStadtbahn mit durchgängigen Verbindungen in die Mittel- und Oberzentren der Region zu einer Entlastung des Straßenverkehrs sowohl innerhalb Albstadts, als auch darüber hinaus dienen kann.

Da die Bahn künftig auch im Talgang ganztägig regelmäßig in beide Richtungen verkehrt, bietet sie innerstädtisch wie regional ohne Umstieg eine starke Komfortverbesserung für die heutigen Nutzer des Albstadtbus. Vor allem aber bietet sie auch eine attraktive Alternative zur Fahrt mit dem eigenen PKW. Dies gilt für staugeplagte Berufspendler ebenso wie für umweltbewusste (Tages-)Touristen aus den Einzugsgebieten von Stuttgart, Reutlingen und Tübingen. Auch für Schüler und Studenten bietet die RegioStadtbahn eine ideale und sichere Anfahrtsmöglichkeit. So liegen nicht nur die Hochschule Albstadt-Sigmaringen und das Walther-Groz-Schulzentrum in unmittelbarer Nähe des Ebinger Bahnhofs. Auch das Gymnasium Ebingen sowie das demnächst grundlegend sanierte bzw. neu gebaute Schulzentrum Lammerberg verfügen jeweils über eine eigene Haltestelle der Talgangbahn.

 

Die Talganggemeinden benötigen sowohl eine Verbesserung der regionalen Verkehrsanbindung, als auch eine Entlastung der Hauptverkehrsstraße. Die RegioStadtbahn bietet in einzigartiger Weise die Chance, beide Aspekte bereits in den kommenden Jahren zu realisieren.

Anders als bei einer Weiterentwicklung des städtischen Busverkehrs oder auch bei der Nutzung der Talgangtrasse für autonom fahrende Kleinbusse (eShuttles), werden mit der RegioStadtbahn durchgängige Verbindungen zwischen sechs Albstädter Stadtteilen und nach Balingen und Tübingen realisiert. Ein Umstieg entfällt. Diesem Aspekt kommt eine hohe Bedeutung zu, da die Nachfrageprognosen der RegioStadtbahn im Talgang zeigen, dass mehr als die Hälfte der Fahrgäste zu Zielen jenseits von Ebingen unterwegs ist.

Autonom fahrende, batteriebetriebene Kleinbusse stellen mindestens kurz- und mittelfristig keine vergleichbar leistungsfähige Alternative zur RegioStadtbahn dar. Bezüglich der in der Praxis erreichbaren Geschwindigkeiten, Reichweiten, Fahrgastkapazitäten und Zuverlässigkeit bei allen Wetterlagen, ist ihr Stand der Entwicklung weit davon entfernt, die Rückgratfunktion der öffentlichen Mobilität einer Flächenstadt übernehmen zu können.

Diese eShuttles sind daher nicht als Alternative, für die fernere Zukunft wohl aber als potenzielle Ergänzung der Bahn zu sehen. Erreichen sie eines Tages ihre Marktreife, so können sie flexible Zubringerdienste von den Höhenlagen der Talganggemeinden zur Stadtbahn leisten und weiteren Bevölkerungsteilen den Zugang zur öffentlichen Mobilität vereinfachen.

Eine Vielzahl an Forschungs- und Pilotprojekten beschäftigt sich bundesweit mit der Vision autonom verkehrender Bus-Shuttles. Auch das Land Baden-Württemberg ist an solchen Förderprojekten beteiligt. In einer Pressemitteilung vom November 2020 hebt das Verkehrsministerium die Chancen eines automatisierten und elektrifizierten Busverkehrs hervor. Wie das Ministerium dabei aber auch verdeutlicht, sind beim derzeitigen Stand der Entwicklung „automatisierte Busse vereinzelt und nur mit vielen Einschränkungen unterwegs, wie z.B. extrem niedriger Geschwindigkeit, mit Sicherheitsfahrer, kleinste Busse, kurzer Demonstrationsbetrieb. Dies führt zu unattraktiven Fahrzeiten und damit zu einer geringen Akzeptanz und wenig Nutzung. Ein weitgehend flächenhaftes und ganztägiges Angebot gibt es heute nicht mal in Ansätzen.“ (Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg, Pressemitteilung „Verkehrsminister Hermann gibt Startschuss für Reallabore“, 18.11.2020).

Damit die RegioStadtbahn auch im Talgang Realität wird, bedarf es des klaren politischen Willens auf allen drei Ebenen.

Land Baden-Württemberg:

Das Land Baden-Württemberg stellte am 03.11.2020 seine Reaktivierungsoffensive für stillgelegte Eisenbahnstrecken vor. Insgesamt wurden 42 Strecken nach einheitlicher Methodik auf ihr Fahrgastpotenzial geprüft. Sie wurden entsprechend ihrer Ergebnisse einer von vier Kategorien zugeordnet. Die Zuordnung ist maßgeblich die Frage einer Finanzierung der Betriebskosten durch das Land.

Die Talgangbahn als moderne RegioStadtbahn mit Verbindungen von Onstmettingen über Ebingen und Balingen bis Tübingen hat es dabei in die Kategorie „hohes Fahrgastpotenzial“ geschafft. Damit einhergehend besteht die Chance auf eine Übernahme von 100% der späteren Betriebskosten mindestens für einen Stundentakt im Talgang.

Zollernalbkreis:
Die entscheidenden Weichen für die RegioStadtbahn Neckar-Alb wurden schon im vergangenen Jahrzehnt durch Kreisverwaltung und Kreistag des Zollernalbkreises gestellt. Dazu zählt auch der 2013 erfolgte Kauf der Eisenbahninfrastruktur zwischen Albstadt-Ebingen und A.-Onstmettingen durch den Landkreis.

Die im Juli 2021 durch den Kreistag einstimmig beschlossene Auftragsvergabe zum Abschluss der Vorplanungen für eine Reaktivierung der Talgangbahn lässt keinen Zweifel am politischen Willen. Um die Chance auf die vom Land Baden-Württemberg in Aussicht gestellte Betriebskostenübernahme für Bahn-Reaktivierungen zu wahren, wird dabei ein Konzept verfolgt, bei dem im Talgang schnellstmöglich der Bahnbetrieb wieder aufgenommen werden kann. In einem zweiten Schritt mit Ausbau und Elektrifizierung der Strecke Tübingen – A.-Ebingen erfolgt dann die Einführung direkter Verbindungen aus dem Talgang nach Balingen und Tübingen.

Stadt Albstadt:

Die Reaktivierung der Talgangbahn war Presseberichten vom 10.12.2020 und 11.12.2020 zufolge wichtiges Thema der Haushaltssitzung des Albstädter Gemeinderats für das Jahr 2021. Die Vorsitzenden nahezu aller Fraktionen wiesen dabei auf die Chancen der stark verbesserten Finanzierungsbedingungen hin, mehrere Vertreter forderten eine rasche Beantragung von Fördermitteln.

Auch der Oberbürgermeister der Stadt Albstadt, Herr Klaus Konzelmann, sieht laut Presse, „dass die Trasse nun plötzlich wieder hervorragende Voraussetzungen habe“ (Zollern-Alb-Kurier, 11.12.2020).

Im Juli 2021 stimmte der Albstädter Gemeinderat der vom Landkreis vorbereiteten und inzwischen erteilten Auftragsvergabe zum Abschluss der Vorplanungen für eine Wiederinbetriebnahme der Talgangbahn zu. Eine abschließende Entscheidung über die Reaktivierung soll auf Basis der 2022 zu erwartenden Ergebnisse getroffen werden.

Sehr schön, die RegioStadtbahn Neckar-Alb benötigt die Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger, für die sie gebaut wird. Helfen Sie mit ein weiterhin positives Meinungsklima zu schaffen. Beispielsweise durch Gespräche im Verwandten- und Bekanntenkreis zum Thema oder durch Leserbriefe. Aber auch durch die Ansprache der politischen Vertreter, die die Entscheidung über die Realisierung treffen werden. Nicht zuletzt besteht die Möglichkeit, über das Spendenkonto von Pro RegioStadtbahn e.V. weitere Aktionen zugunsten der Talgangbahn – bitte als Zweck angeben – mitzufinanzieren.

Talgangbahn TGB Regionalbahn
RegioStadtbahn Talgangbahn Haltepunkte Albstadt-Onstmettingen-Tübingen
Talgangbahn TGB Regionalbahn

Infobox

mit den relevanten Links in Sachen „RegioStadtbahn Neckar-Alb“

In 2019 gegründeter Zusammenschluss von sechs Projektpartnern, sprich den drei Landkreisen, den Städten Reutlingen und Tübingen sowie dem Regionalverband Neckar-Alb – Sitz Mössingen.

https://www.regional-stadtbahn.de/

Als Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Sitz in Mössingen für die räumliche Ordnung und Entwicklung der Region verantwortlich. Gremium mit 62 Mitgliedern aus den Landkreisen Tübingen, Reutlingen und Zollernalb.

https://www.rvna.de/,Lde/Startseite/Projekte/RegionalStadtBahn.html

Der Landkreis ist seit 2013 Eigentümer der Strecke der Talgangbahn. Der Kreistag mit seinen 55 Mitgliedern entscheidet über die Reaktivierung als Teil der RegioStadtbahn.

https://www.zollernalbkreis.de/startseite

Die Stadt ist seit 2013 verantwortlich für die Instandhaltung der stillgelegten Bahntrasse. Der Gemeinderat mit seinen 32 Mitgliedern ist in Bezug auf die Reaktivierung das relevante Entscheidungsgremium.

https://www.albstadt.de/

Gemeinnütziger Verein in Tübingen, der seit Juni 1999 für das Projekt mit Informationen und Spenden sammeln erfolgreich den Boden bereitet hat.

https://www.proregiostadtbahn.de/

Die Vorteile der Talgangbahn
Rahmenbedingungen für die Reaktivierung der Talgangbahn
Talgangbahn TGB Regionalbahn

Kontakt und Anregungen

in Sachen „RegioStadtbahn Neckar-Alb“